Katholisches Ehrendoktorat für evangelischen Bischof


(https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_B%C3%BCnker#/media/File:Michael_B%C3%BCnker_e_crop.jpg)

 

Michael Bünker wurde als evangelischer Bischof in Österreich erstmals mit einem Ehrendoktorat einer katholischen Fakultät ausgezeichnet  
Festakt am 31. Mai an der Universität Salzburg mit Bundespräsident Van der Bellen

 

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Salzburg verleiht an den lutherischen Bischof Michael Bünker das Ehrendoktorat der Katholischen Theologie. Die Überreichung findet im Rahmen eines Festakts an der Universität (Große Universitätsaula) am Mittwoch, 31. Mai, um 16.30 Uhr statt. An dem Festakt wird u.a. auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen teilnehmen. Mit Michael Bünker wird erstmals ein evangelischer Bischof in Österreich mit einem Ehrendoktorat einer katholischen Fakultät ausgezeichnet.


Die Fakultät wolle damit einen Theologen auszeichnen, "der seine wissenschaftliche Expertise in Pastoral und Kirchenleitung, in öffentlichen Diskursen und europäischen politischen Zusammenhängen einbringt", heißt es im Antrag zur Ehrenpromotion, der von Dekan Prof. Dietmar Winkler und dem Fundamentaltheologen und Ökumeniker Prof. Gregor Maria Hoff unterzeichnet ist. Zugleich solle die Verleihung im Jahr des Reformationsgedenkens 2017 vor allem auch die ökumenische Bedeutung der Reformation gerade aus katholischer Perspektive öffentlich zur Geltung bringen, heißt es weiters.
 

Es handle sich um ein "symbolträchtiges Signal der Religionsverständigung und belastbarer konfessioneller Religionskontakte". Das sei insbesondere für Salzburg bedeutsam, habe es hier doch 1731/32 die heftigsten Protestantenverfolgungen in Österreich gegeben. Insofern sei die Verleihung der Ehrendoktorwürde auch ein "bedeutendes Zeichen für eine lange Zeit unvorstellbare gegenseitige Anerkennung" von katholischer und evangelischer Kirche.
 

Unter Fürsterzbischof Leopold Anton von Firmian mussten 1731/32 rund 22.000 Salzburger Lutheraner das Landes verlassen. Die Vertriebenen stammten vorwiegend aus dem Pongau und dem Pinzgau. Zwei Drittel aller Bauernhöfe in den beiden Gebirgsgauen blieben verwaist zurück, was den größten Bevölkerungsverlust bedeutete, den Salzburg je erfahren hatte. Erst 1966 bat der damalige Salzburger Erzbischof Andreas Rohracher die evangelischen Christen offiziell um Vergebung für die Vertreibungen.
 

Theologisch werde mit dem Ehrendoktorat ein wichtiges Anliegen des Theologen und Bischofs Michael Bünker gesetzt, betonen Hoff und Winkler weiter: Die Entwicklung der Ökumene sowie die konkrete Zusammenarbeit der Kirchen in der Gesellschaft.
 

Bünker sei einer der profiliertesten evangelischen Bischöfe im europäischen Raum. Als Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa vertrete er auch die Agenden der evangelischen Kirchen in Europa mit einem entschieden ökumenischen Anliegen. Hoff und Winkler: "Die gesellschaftliche Prägekraft christlicher Existenz, ihre politische Bedeutung und ihre kulturellen Impulse bringt er gerade in religionspolitisch aufgeregten Zeiten kommunikativ verbindlich und einspruchsstark zur Geltung. Er steht damit eindrucksvoll für die Einmischungsfähigkeit der christlichen Kirchen aus dem Geist des Evangeliums und der Reformation."

(Quelle: https://www.kathpress.at)

 

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