Das Kirchenjahr

Die kirchliche Farbenlehre


Rot - Symbol des Lebens
(Bild: Gabriela Neumeier / pixelio.de)


Rot ist eine sehr starke Farbe. Sie ist die kräftigste und belebendste. Die Farbe Rot ist Symbol für das Leben und steht für Blut, Energie und körperliche Aktivität.
 

Grün: Symbol der Schöpfung und der Hoffnung
(Bild: Andreas Morlok / pixelio.de)


Leuchtendes Grün ist die Farbe der Natur, der Schöpfung und der Hoffnung. Auf Menschen wirkt ein in Grüntönen gehaltener Raum wohltuend, entspannend und ausgleichend.
 

Weiß: Symbol des Lichtes
(Bild: gabi harmann / pixelio.de)


Weiß vermittelt Reinheit und Ehrlichkeit, Ordnung, Vollkommenheit und Seriosität.
 

Violett: Symbol der Buße und der inneren Vorbereitung auf die hohen Feiertage
(Bild: Klicker / pixelio.de)


Violett vermittelt Einsamkeit und Genügsamkeit. Violett ist die traditionelle Farbe der Theologie. Farbe der Frömmigkeit und des Glauben, der Buße und der Besinnung und der Demut.
 

Schwarz: Zeichen der Trauer
(Bild: Paul Marx / pixelio.de)


Schwarz vermittelt Trauer, Pessimismus und Hoffnungslosigkeit

 


 

1. - 4. Advent: Die Bezeichnung "Advent" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Ankunft". In dieser Zeit bereiten sich die Christen auf die Ankunft Jesu von Nazareth vor, dessen Geburt zu Weihnachten gefeiert wird.

Heiliger Abend: Der 24. Dezember ist der Vortag oder Vorabend des Christfestes, er wird aber schon "Weihnachten" genannt. An diesem Abend finden auch die Bescherungen statt.

Christfest: Am 25. Dezember wird die Geburt Jesu gefeiert. Christfest ist im Kirchenjahr die übliche Bezeichnung für das volkstümliche Weihnachten, das an die zwölf "geweihten Nächte" erinnert.

Epiphanias: 6. Jänner. Epiphanias bedeutet "Erscheinung". An diesem Tag wird in den Gottesdiensten die Geschichte von den "Weisen aus dem Morgenland" (Matthäus 2,1-12) gelesen, denen der Stern erschienen ist, der auf die Geburt eines neuen jüdischen Königs hingewiesen hat.

Passionszeit: das lateinische Wort erinnert an den "Leidens"weg Jesu. Die Fasten- oder Passionszeit umfasst die sieben Wochen vom Aschermittwoch bis zum Karsamstag in der Karwoche. Während dieser Zeit bereiten sich die Christen auf das Fest der Auferstehung Jesu von den Toten vor - d. h. sie passen sich in ihrer Lebenshaltung und Denkweise dem leidenden Jesu an.

Karwoche: das altdeutsche Wort "kara" bedeutet Trauer. Die Karwoche dauert von Palmsonntag bis Karsamstag.

Palmsonntag: Der Sonntag, an dem die Karwoche beginnt. Der Palmsonntag hat seinen Namen von der Erzählung erhalten, die vom Einzug Jesu in Jerusalem berichtet: Die Bewohner/innen Jerusalems haben Jesus als "König der Juden" mit Palmenzweigen empfangen und begrüßt (Matth. 21,1-11).

Gründonnerstag: Das Wort "Grün" ist von "greinen" abgeleitet, was soviel wie "weinen" bedeutet. Früher fand an diesem Tag die Aussöhnung mit den am Aschermittwoch ausgeschlossenen öffentlichen Büßern statt: Es war der Tag der "greinenden" Büßer. Heute ist es ein Tag festlicher Freude. Die christliche Kirche feiert das Gedenken an die Einsetzung des heiligen Abendmahles.

Karfreitag: der Tag der Kreuzigung Jesu auf dem Hügel Golgatha vor den Toren von Jerusalem. Der Karfreitag ist der Höhepunkt der Karwoche und wird immer mit einer Andacht zur Sterbestunde Jesu am Nachmittag begangen.

Ostern: Zu Ostern feiert die Christenheit die Auferstehung von Jesus Christus. Die Auferweckung Jesu von Nazareth durch Gott ist das entscheidende Datum für die Christenheit und im Kirchenjahr. Auch wenn das Kreuz als Zeichen der Kreuzigung Jesu am Karfreitag das vorherrschende Symbol der Christenheit geworden ist, so leben christlicher Glaube, christliche Verkündigung und die christliche Gemeinde vom Ostergeschehen.

Himmelfahrt: Nach dem Bericht des Evangelisten Lukas (24,44-52) wird der auferweckte Christus 40 Tage nach Ostern von Gott "erhöht". Er gibt seinen Freunden den Auftrag zur weltweiten Verkündigung der Guten Nachricht und verspricht ihnen dazu den Heiligen Geist.

Pfingsten: Das vom griechischen "pentekosté" abgeleitete Wort bedeutet "fünfzigster" Tag nach Ostern. Die Christenheit feiert an diesem Tag die "Ausgießung des heiligen Geistes" und den "Geburtstag der Kirche". Die Pfingstgeschichte kann in der Bibel (Apostelgeschichte 2) nachgelesen werden.

Trinitatis: Lateinisch "Dreieinigkeit". Gott offenbart sich den Menschen in dreifacher Weise: Gott schafft und erhält als Schöpfer die Welt. Gott versöhnt und befreit in Christus die Menschen. Gott vereint und heiligt durch den Heiligen Geist sein Volk.

  Erntedank: Dankgottesdienst für die eingebrachte Ernte und den Segen, den Gott auf Saat und Wachstum gelegt hat.

Reformationstag: Der Reformationstag der evangelischen Kirche wird zur Erinnerung an den Anschlag der 95 Thesen von Martin Luther an die Schlosskirche in Wittenberg am 31. Oktober 1517 gefeiert. Dieser Tag hat die Reformen zur inneren und äußeren Erneuerung der christlichen Kirche eingeleitet.

Buß- und Bettag: der Tag wird am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag gefeiert und geht auf den alten Brauch zurück, in Notzeiten einen öffentliche Bußgottesdienst auszurufen, in dem Gott gebeten wird, die Not zu wenden und dem Volk die Schuld zu vergeben.

Ewigkeitssonntag: oder Totensonntag. Die Christen denken beim Gedenken an die Verstorbenen nicht nur an den Tod, sondern auch an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Der Ewigkeitssonntag ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr.

 

Quelle: Scheibe, Ernst: Kreuz und quer durchs Kirchenschiff in über 550 Begriffen.- Evangelische Verlagsanstalt 1999.

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