Gedanken zu Oster und der Passionszeit

 "Ich kann dich leiden - I konn di leidn!" 

 

Manchmal weisst uns unsere Sprache auf tiefe Geheimnisse hin.

"Du ich kann dich leiden", sagen wir einander, wenn wir uns mögen. Und damit sagen wir etwas Wesentliches über das Gernhaben und die Art unserer Beziehung aus, auch wenn es wahrscheinlich unbewusst geschieht:

* Liebe ist mehr als ein angenehmes Gefühl
* Liebe umfasst auch Leiden.

Ich mag den anderen, ich mag die anderen auch dann, wenn es Leiden verursacht. So schwer es ist, das Leiden an und mit anderen, es zeichnet Liebe aus. Und mitunter wächst die Liebe in oder sogar durch schwierigen, leidvollen Situationen.

Das Gehimnis unseres Glaubens. Es ist das Geheimnis der Passions- und Osterzeit.

 

Wir kommen von Weihnachten. In dem hilflosen und wehrlosen kleinen Kind in der Krippe haben wir Gott gesehen und seine Liebe gespürt. Gott wirbt nicht mit Macht und Gewalt um uns Menschen, sondern wird wie wir. Mittlerweile sind wir groß geworden mit dem Kind in der Krippe und versuchen seine Botschaft der Liebe und des Friedens zu verstehen. Sie scheut keine Konsequenzen und nimmt sogar Leiden auf sich. Erst die Krippe, dann das Kreuz. 

In den nächsten Wochen rücken wir besonders in den Mittelpunkt und denken über die Bedeutung nach.

Unser Leben besteht nicht nur aus Freude und Wonne. Es gewinnt seine Fülle, seinen Reichtum dann, wenn wir die Schattenseiten nicht verdrängen. Es gibt keine Liebe ohne Leiden, keine Freude ohne Trauer, kein Leben ohne Abschied.

Und die Liebe Gottes lässt sich in ihrer Größe erst dann erahnen, wenn wir das Leiden Gottes an und mit uns Menschen einbeziehen. Selbst das tiefste Leid, selbst das Kreuz wird zum Zeichen, dass Gottes Liebe auch dort gegenwärtig ist und letztlich das Leid überwindet. Seine Liebe ist stärker als der Tod.

Die vor uns liegende Passions- und Osterzeit mit all ihren Angeboten will Chance bieten, dem Leben und der Liebe Gottes auf die Spur zu komme.

Wir wünschen und eine gesegnete Zeit und freuen uns auf viele Begegnungen!

 

Geschrieben von der Gemeindepfarrerin:  Andrea Petritsch 

(aus dem Gemeindebrief: "der Ruf" - Gemeinde Jenbach Nr.: 1/März 2019)

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